„…auf der Suche nach besonderen Herrenaccessoires…“

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Es war ein angenehm frischer Dezember-Tag im Jahr 2014 und ich befand mich auf dem Weg zu einem Termin in Berlin Friedrichshain. Mit reichlich Zeit im Gepäck schlenderte ich durch die Straßen des dynamischen Bezirks und ließ mich von meiner Neugierde durch die Straßen treiben. Ich genoß die sanfte Kälte der schmelzenden Schneeflocken auf meiner Wange und begutachtete die schön dekorierten Advents-Schaufenster. Normalerweise ging ich eine andere Route, aber heute sollte etwas besonderes passieren. Ich fand mich wieder in der Gärtnerstraße, nahe dem bekannten Boxhagener Platz und wurde von einem ganz besonderen Schaufenster fasziniert. Die Dekoration und das tolle Ambiente sprachen mich derart an, dass es mich förmlich in den Laden zog. Ein kurzer Check meiner Uhr versicherte mir, dass noch genügend Zeit blieb durch das Sortiment im Inneren zu stöbern. Also betrat ich den Laden und wurde familiär von der Besitzerin Renata Rauch begrüßt. Mit höchst sympathischer Art begleitete sie mich durch ihr liebevoll selektiertes Sortiment verschiedenster Marken. ich erfuhr, dass sie vor allem polnischen Nachwuchsdesignern eine Präsentationsfläche bieten wollte. Auch ein näherer Blick auf die Verarbeitung zeugte von der Qualität der Artikel und rechtfertigte ihren leicht gehobenen Preis. „Slow Fashion“ hieß das Konzept, das eine Gegenrichtung zum unbewussten Massenkonsum darstellt. Ich war durchaus beeindruckt und euphorisiert vom Shop „Rauch&Groen“. Auch die Männerabteilung war toll ausgestattet und bot von leger bis chic verschiedene Stilrichtungen an. Damals arbeitete ich noch für ein Berliner Label im Bereich DOB. Seidenblusen und Abendkleider waren unsere Hauptprodukte. Ich sprach mit Renata darüber, Designs von uns in ihrem Laden platzieren zu wollen und wir tauschten unsere Kontaktdaten aus. Aus dieser positiven Atmosphäre heraus fragte sie unverfänglich:

„Ich bin auf der Suche nach besonderen Herren-Accessoires – hast du da vielleicht auch jemanden für mich?“

Und da war die Idee von GOLETZ BOWTIES geboren. Ich hatte mich bereits länger mit der Idee eines eigenen Labels beschäftigt, aber Bekleidung ist ein schwieriges Metier für ein Start-Up. Accessoires hingegen erschienen mir zu schaffen – die geringen Kosten für Materialanschaffungen und die minimalen Lagerkapazitäten könnten zu bewältigen sein. Nach kurzer Überlegung, die mir nur wie ein Wimpernschlag erschien hörte ich mich sagen:

„Gib mir zwei Wochen Zeit, dann bringe ich dir etwas vorbei!“

Was hatte ich da gerade gesagt? Ich verließ den Laden mit einem herzlichen Gruß und machte mich auf den Weg zu meinem Termin, während mein Kopf im Hintergrund bereits auf Hochtouren zu arbeiten begann…

Daniel Goletz

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